Galloways vom Zuchtbetrieb Heins

33 Fleischrindertage Verden 2012

Fleischrindertag Verden mit Überraschungen

3 Gallowaybullen erzielen einen Top-Umsatz von € 15.600
Von Georg Menke Nachdem am Freitagmorgen die Tiere entladen waren, hatte die MASTERRIND alle Beschicker in die neu gestaltete sehr ansprechende Gastronomie zu einem Frühstück eingeladen. So begann der Tag nach dem ersten Akt mit einer schönen Überraschung.

 

 

Der am Freitagabend in Verden immer gut besuchte Züchterabend war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Hans-Dieter Frank hatte in diesem Jahr 4 lange Reihen für die Gallowayzüchter reserviert und schon um 19.30 h waren alle Plätze besetzt. Ca. 120 Gallowayfreunde aus den Bundesländern Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg- Vorpommern, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen saßen zusammen und unterhielten sich prächtig und lange. Es wurde von vielen gelobt, dass es eine gute Entscheidung der MASTERRIND war, den Samstag wieder mit einem Richtwettbewerb zu beginnen.

 

Nachdem Marja, die 1 Jahr jüngere Vollschwester zu dem Bullen Enrico am Freitagabend bei der Spätlese für € 2.300 den Besitzer wechselte und jetzt in Ganderkesee steht, waren alle gespannt, wie sich die Bullen schlagen würden.

 

Bevor auktioniert wurde, wurden die 18 aufgetriebenen Färsen immer im Wechsel mit den Higlands gerichtet. Siegerfärse wurde Upsala, gezüchtet und im Besitz von Marion und Friedrich Wiegmann. Diese ausdrucksstarke und mit allem was erwartet wird ausgestattete Färse, hatte schon in Alfeld den Reserve-Siegertitel und in Tarmstedt den Siegertittel errungen. Der Reserve-Siegertitel wurde durch Rainer Tonrow aus Brandenburg an Bunny 1 vom Zuchthof Lömker vergeben. Die aus der Zucht und im Besitz von Jörg Büttemeyer befindliche Färse erhielt in Tarmstedt den Reserve-Siegertitel und bestätigte hier ihre Klasse.

 

Gleichzeitig zum Färsenwettbewerb kämpften im Ring daneben die Jungzüchter um Ruhm und Ehre. Von den Gallowayzüchtern waren Leonie und Nele Mielke, Zoe` und Jesko Lübsen, sowie Timm-Aaron und Nele Josefine Rasch dabei. In der Gruppe der schon erfahreneren Jungzüchter, die in Tarmstedt ihr Können schon durch eine 1A oder 1B-Platzierung gezeigt hatten, vertrat Jana Heins die Rasse Galloway. Allen Jungzüchtern möchte ich an dieser Stelle ihren hervorragenden Kenntnisstand bestätigen. Mit viel Gefühl und dem auch notwendigen konsequenten Auftreten gegenüber den Galloways haben sie gezeigt, dass unser Nachwuchs auf dem besten Wege ist, dass was ihre Eltern aufgebaut haben, weiter fortzuführen.

 

Bei der Auswahl der Verdener Goldmädels, ein aus jeder Rasse mit 2 Kühen mit Kalb zusammengestellter Wettbewerb, wurde unsere Rasse von den Familien Kottmann und Wiegmann hervorragend präsentiert.

 

Im Wettbewerb um Mister Verden schaffte es der Galloway-Siegerbulle Nelson unter die letzten 2. An dieser Stelle wurde der Limusinbulle vorgezogen. Wir Gallowayfreunde mussten akzeptieren, dass wir nicht gegen die deutlich höheren Präsenz der Intensivrassen-Interessenten anklatschen konnten.

 

Schon 2011 überraschten Gallowaybullen auf der Auktion in Verden. Der Bulle Enrico von Heinricus Kalter erzielte den Preis von € 5.300 und ging in die Schweiz.

 

Dieses Ergebnis wurde bei den Fleischrindertagen 2012 in Verden schlicht auf den Kopf gestellt.

 

Aussichtsreich konnten die Bullen sich auf die Auktion vorbereiten. Bei der Körung wurden von 9 anwesenden Bullen im Typ 7 x die Note 8 vergeben. Der Bulle Nelson, aus der Anpaarung von Nils x Uranie aus dem Suletal, gezogen und im Besitz von Marion und Friedrich Wiegmann überzeugte durch seine überragende Präsenz, den guten Übergängen, dem Fleischansatz und einem exzellenten Skelett. Dafür wurde er mit der hervorragenden Bewertung von 9 8 8 belohnt und zum Siegerbullen erkoren. Ihm folgte der Bulle Erentsch, der deutlich ältere Vererber vom Zuchthof Lömker, im Besitz von Jörg Büttemeyer mit 8 8 8.

 

In der nun folgenden Versteigerung flogen beim Auftritt von Nelson die Angebote nur so in die atemlos, leise Halle. Torsten Kirstein konnte die Preise nur so in den Raum schmettern, dass es eine wahre Freude war. Blitzschnell war die Marke € 3.000 überschritten und es dauerte keine weitere halbe Minute, bis die € 4.000 geboten war. Jetzt kam der Moment, wo die Bieter sich einen Augenblick sammelten und überlegten, wie sich das jetzt wohl weiter entwickeln würde. Torsten Kirstein ermunterte die noch im Rennen befindlichen Gallowayfans und schon kamen die neuen Angebote. Die Marke € 5.000 war ruck-zuck erreicht und nachdem die Pralinen schon bei € 3.000 zum Angebot gehörten, wurde jetzt noch eine Flasche Bullenschnaps dazu gepackt. Jetzt war noch die Frage zu entscheiden, ob der Bulle seine Zukunft in Thüringen oder Niedersachsen verbringen würde. Die Auktion wurde immer spannender, die Zuschauer trauten ihren Ohren nicht und bei sagenhaften € 6.500 viel der Hammer. Der Bulle verbleibt in Niedersachsen und wird im Bereich Rinteln sein neues Zuhause haben. Das Züchterherz eines unserer jüngsten Gallowayzüchter, der sich hoffnungslos in den Bullen verguckt hatte machte einen Luftsprung.

 

Nachdem der Reservesieger ebenfalls mit € 3.600 einen hervorragenden Preis erzielte, wurde es bei der Nr. 3 im Ring noch einmal so richtig spannend. Die Angebote kamen wie im Fluge und auch hier vielen die 3 und die 4-tausender-Marke innerhalb von 60 Sekunden. Der Besitzer Theo Dwertmann konnte es fast nicht fassen, als sich ein Züchter aus Thüringen und einer aus Sachsen-Anhalt das Tier gegenseitig nicht gönnten. So können Auktionen nur laufen, wenn absolute Top-Tiere angeboten werden. Der Hammer viel dann bei sagenhaften € 5.000 für Hellas, dem jüngsten der angebotenen Bullen aus einer Anpaarung von Hercules aus dem Suletal und Friedoline aus der bei Theo Dwertmann schon seit mehr als einem Jahrzehnt erfolgreichen Linie. Der neue Besitzer kommt aus Altenburg-Dobraschütz in Thüringen.

Wann hat es das letztmalig oder überhaupt gegeben, dass 3 Galloway-Spitzenbullen einen Umsatz von €15.600, also im Durchschnitt € 5.200 erzielen. Die Züchter sprachen und schwärmend von „der guten alten Zeit" an der man jetzt für einen Augenblick den Anschluss sah. Von den 9 angebotenen Bullen wurden 7, davon einer in der Stallgasse verkauft. Zwei Anbieter mussten ihre Tiere wieder mit heimnehmen. Die Quintessenz daraus ist, dass wir auf dieser Auktion echte Spitzentiere hervorragend vermarkten können, dabei aber auch selbstkritisch an die Auswahl der Bullen heran gehen müssen.

Bilder:

https://fotos.web.de/ui/external/KMEpsQ2jQdqpb1mboNJiug74803;jsessionid=6C0CC60AF6A1FB0EDEEFB14D0793194B.UdgmbJHsF_3PmrdTRd2EfU2TjNQ?idx=0

Jana Belegte in der Gruppe "die besten aus Tarmstedt" den beachtlichen 5.Platz

 

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